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Aus Das Zweimalzwei der Erziehung
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Bedeutung für die Erziehung

Kinder entwickeln sich von alleine: Sie haben alle Fähigkeiten für ihr Leben bereits in sich, vergleichbar mit einer Knospe, die zur Blüte wird. Das Schöne daran ist, dass Sie ihnen dabei einfach zuschauen dürfen! Es braucht also weder eine spezielle Förderung noch irgendwelche Lernhilfen. Das einzige, was ein Kind braucht, ist das Vertrauen der Eltern in seine Fähigkeiten und ab etwa dem dritten Lebensjahr, wenn es seinen Willen zu entwickeln beginnt, klare Grenzen.

Vertrauensbildung (bis etwa 2 Jahre)

In den beiden ersten Lebensjahren geht es vor allem darum, dass das Kleinkind Selbstvertrauen entwickeln kann. Das kann es in dem Masse, wie seine Eltern seine Grundbedürfnisse befriedigen und seinen unglaublichen Fähigkeiten vertrauen. Während das Kind schon mit einem grenzenlosen Vertrauen in seine Eltern zur Welt kommt, müssen die Eltern erst lernen, die Grundbedürfnisse des Kindes zu erkennen und möglichst unimittelbar und bedingungslos zu erfüllen. Einfach gesagt, geht es und das "Ja der Eltern" zu ihrem Kind.

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Willensbildung (etwa 2 bis 4 Jahre)

In der Regel ab etwa dem dritten Lebensjahr beginnt das Kind seinen Willen zu entwickeln. Nun kann die Antwort der Eltern nicht mehr bloss "Ja" heissen, sondern es braucht plötzlich auch ein sehr entschiedenes "Nein!", also Grenzen. Denn der Wille entwickelt sich zwar ganz von alleine, doch muss er erst noch gewissermassen kultiviert werden, um ein freier Wille zu werden.

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Sozialisation bis Pubertät (etwa 4 bis 16 Jahre)

Im Rahmen der Sozialisation, also dem Eintritt in die (Vor)Schule, entwickelt sich das Kind auch mehr und mehr ausserhalb der Familie. Es erhält nebst den Eltern auch noch andere Vorbilder wie Lehrer, Trainer, aber auch seine Kameraden und deren Eltern. Solche alternativen Wertvorstellungen und Lebensmodelle sind sehr wichtig für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit: Einerseits erfährt das Kind Bestätigung, wenn es erfährt, dass andere Menschen zum Beispiel ähnlich funktionieren oder die gleichen Probleme haben und andererseits lernt es auch, sich von Unerwünschtem abzugrenzen.

Als Eltern, die ihren Kindern in den ersten, entscheidenden Jahren genügend Vertrauen und konsequent Grenzen entgegengebracht haben, brauchen Sie sich auch nicht etwa vor "schlechten Einflüssen" zu fürchten: Ein reifes Kind hat bereits zu diesem Zeitpunkt so viel Selbstvertrauen und Respekt für seine Umwelt entwickelt, dass es zu seiner eigenen Persönlichkeit stehen kann und deshalb auch Beeinflussungsversuchungen, die ihm nicht gut tun, widerstehen kann. Dies gilt erst Recht während der Pubertät, wenn sich der Jugendliche mit mehr oder weniger Vehemenz von seinen Eltern zu distanzieren beginnt. Spätestens jetzt müssen Sie Ihrer eigenen Erziehungsarbeit der ersten Jahre vertrauen können, da Sie nun weder etwas nachholen noch irgendetwas korrigieren können. Denn jetzt will sich der Jugendliche nicht nur selbst entwickeln, sondern er kann es auch gegen Ihren Willen, schon allein aufgrund der körperlichen und geistigen Kräfte. Wenn Kinder auch noch in diesem Alter daran gehindert werden, kann es sehr schnell sehr gefährlich werden, denn die Gegenreaktionen werden in diesem Alter äusserst heftig ausfallen! Deshalb ist so entscheidend, dass Sie das Ziel der Selbständigkeit schon von Anfang an im Auge behalten und das Kind selbst entwickeln lassen.

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Weiterführende Themen

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Übergeordnetes Prinzip

Selbstvertrauen (erstes Grundprinzip der Erziehung)


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