Jein

Aus Das Zweimalzwei der Erziehung
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ARTIKEL IM AUFBAU / IN ÜBERARBEITUNG!



Die beiden wichtigsten Wörter in der Erziehung sind "Ja" und "Nein". Allerdings gilt in den beiden ersten, alles entscheidenden, Lebensphasen des Kindes ein striktes "Entweder oder":

  • In der ersten Phase, also jener der Vertrauensbildung in den beiden ersten Lebensjahren, sollen die Eltern möglichst immer und uneingeschränkt "Ja" zu ihrem Kind sagen. Das heisst ihrem Kind vertrauen, was es immer macht oder verlangt. Das Kleinkind braucht diese andauernde Bestätigung, diese bedingungslose Erfüllung seiner Grundbedürfnisse, um Selbstvertrauen aufbauen zu können.
  • In der zweiten Phase, also jener der Willensbildung in den beiden folgenden Jahren geht es gewissermassen um das Gegenstück dazu: Wenn das Kind seinen Willen entwickelt, müssen Sie ihm als Eltern auch Grenzen setzen, ansonsten es den Halt verliert und schon bald zum Tyrannen wird. Das Zauberwort dazu heisst eben "Nein".

"Jein" bedeutet demgegenüber, dass Sie weder "Ja" noch "Nein" sagen, sondern Dinge wie:

  • Geht's noch?
  • Ja, vielleicht.
  • Kannst Du, bitte...?
  • Muss das sein?
  • Also, nein, das gefällt Papi nicht.
  • Aber nur, wenn Du...
  • Jetzt ist dann bald genug.
  • Wieviel mal soll ich Dir noch "Nein" sagen?

Solche Phrasen können Erwachsene in der Regel verstehen beziehungsweise einigermassen richtig deuten. Ein Kind in den ersten rund vier Jahren hingegen ist damit schlicht überfordert! In dieser Zeit müssen Sie mit dem Kind zwingend Klartext sprechen, ansonsten es Sie nicht oder nur ungenügend versteht. Wenn das Kind aber nie ganz sicher ist, ob Sie wirklich "Ja" meinen, fühlt es sich zu wenig angenommen und wird verunsichert. Und wenn das Kind dann erst einmal seinen Willen zu entwickeln beginnt (was dann häufig als Trotz betrachtet wird), muss das "Nein" noch viel eindeutiger kommen, denn der Wille ist gerade zu Beginn dieser Entwicklung häufig enorm heftig und sprichwörtlich nicht zu bändigen. Da helfen dann alle verklausulierten Formulierungen nichts mehr. Um eine Grenze zu setzen, bedarf es vielmehr ein einziges, aber laut und deutlich ausgesprochenes "Nein!".

Eltern schliesslich, die nie gelernt haben, zu ihrem Kind wirklich "Ja" zu sagen, werden umso mehr Mühe haben, mit der nötigen Konsequenz "Nein" sagen zu können: Sie haben dauernd Angst, mit einem "Nein" die Zuneigung ihres Kindes zu verlieren. Das Ergebnis ist dann regelmässig eine Art "Jein", also weder Fisch noch Vogel, eine Mischung, mit der das Kind nichts anfangen kann und im besten Fall mit Verwirrung und Jammern, im schlimmsten Fall mit Totalopposition, Zerstörungswut und ähnlichem reagiert.

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