Lernen des Kindes: Unterschied zwischen den Versionen

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Das heisst, Kinder lernen vor allem von sich aus und erst noch mit grösster [[Lust]]! Erst später, in der (Vor)Schule, lernen Kinder dann nach und nach auch durch die Vermittlung von Wissen. Die blosse Vermittlung von Wissen ohne eigene Erfahrungen ist allerdings ungleich weniger effizient! Die wesentlichen Dinge für das Leben lernt das Kind zudem nicht in der Schule, sondern in den [[Phasen der Erziehung|ersten vier, entscheidenden Jahren]] seines Lebens: Ein Kind, das nach dieser Zeit genügend [[Selbstvertrauen]] erworben hat und dessen [[Wille|Willen]] angemessen [[Grenzen]] gesetzt wurden, lernt alles andere, vor allem aber [[Selbständigkeit]] und [[Beziehungsfähigkeit]], wie von alleine!  
 
  
 
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Version vom 8. Oktober 2019, 12:40 Uhr



ARTIKEL IM AUFBAU / IN ÜBERARBEITUNG!



Bedeutung für die Erziehung

Kinder lernen in den ersten Jahren nicht nur unglaublich viel, sondern darüber hinaus die weitaus wichtigsten Fähigkeiten für das Leben überhaupt. Voraussetzung ist aber, dass sich die Eltern zunächst einiger möglicher Missverständnisse bewusst sind. Denn Kinder lernen

  1. weil sie Lust dazu haben,
  2. von alleine
  3. durch Erfahrung,
  4. durch Spielen und
  5. durch Nachahmung.

Das heisst, Kinder lernen vor allem von sich aus und erst noch mit grösster Lust! Erst später, in der (Vor)Schule, lernen Kinder dann nach und nach auch durch die Vermittlung von Wissen. Die blosse Vermittlung von Wissen ohne eigene Erfahrungen, und womöglich noch unfreiwillig, ist allerdings ungleich weniger effizient. Die wesentlichen Dinge für das Leben lernt das Kind zudem nicht in der Schule, sondern in den ersten vier, entscheidenden Jahren seines Lebens: Ein Kind, das nach dieser Zeit genügend Selbstvertrauen erworben hat und dessen Willen angemessen Grenzen gesetzt wurden, lernt alles andere wie von alleine!

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Vertrauensbildung (bis etwa 2 Jahre)

Lustvolles Lernen

Kleinkinder machen von sich aus bloss, wozu sie Lust haben. Lust ist denn auch der weitaus beste und einfachste Antrieb irgendetwas zu lernen. Als Eltern müssen Sie einzig dafür sorgen, dass Sie dem Kind diese von Natur aus vorhandene Lernfreude nicht nehmen. Und auch das geht ganz einfach, Sie dürfen nämlich während der Phase der Vertrauensbildung grundsätzlich immer und zu allem "Ja" sagen (ausser natürlich bei wirklichen Gefahren). Sie müssen auch keinen Sinn oder gar einen pädagogischen Nutzen erkennen, wenn das Kind zum Beispiel Lust hat, Steine oder Blätter zu sortieren. Vertrauen Sie einfach, dass das Kind damit irgendwelche Fähigkeiten entwickelt, von denen Sie nicht die geringste Ahnung haben (und auch nicht haben müssen)!

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Selbständiges Lernen

Schauen Sie dem Kleinkind zu, wie es langsam aber sicher beginnt, seine Hände und Arme mehr und mehr kontrolliert zu bewegen, bis es ihm gelingt, etwas gezielt zu ergreifen und wieder loszulassen. Sie brauchen ihm nichts vorzumachen, nichts zu erklären und schon gar nichts zu korrigieren: Auch kleinste Kinder lernen alles am besten, wenn sie es selbst tun dürfen. Sie brauchen keinen Lehrplan, kein Unterrichtsmaterial, rein gar nichts, ausser eines: Geduld und Freude beim Zuschauen.

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Spielerisches Lernen

Kinder lernen in den ersten Jahren weniger durch die Vermittlung von Wissen, als mehr durch "blosses" Spielen. Und zum Spielen dient ihnen schlicht alles, was sie irgendwie ergattern können, seien es Lebensmittel, sei es die wertvolle Uhrensammlung ihrer Eltern. Sie verfolgen damit keinerlei Absicht - sie freuen sich bloss an der Beschäftigung als solches. Andererseits haben sie noch nicht die geringste Ahnung davon, ob sie mit etwas wertvollem, gefährlichem oder fremdem spielen. Zumindest in der Phase der Vertrauensbildung sollte das Kind in dieser Unbefangenheit spielen dürfen.

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Lernen durch Probieren und Erfahrung

Ausprobieren heisst für Kinder vor allem spielen. Und dazu brauchen sie kein speziell entwickeltes Spielzeug, sie spielen ganz einfach mit allem, sei es Ihr Schmuck, das Essen oder was sonst gerade greifbar ist. Als Eltern müssen Sie sich deshalb entsprechend einrichten, ansonsten Sie sich sehr schnell zur überfordert fühlen werden, weil Sie dauernd irgendetwas vor vor dem Kind in Sicherheit bringen müssen oder Angst vor irgendwelchen wirklichen oder bloss vermeintlichen Gefahren haben.In dieser Zeit lernt das Kind in erster Linie durch Erfahrungen, die es selbst macht und durch nachahmen, das heisst indem es seine Eltern zum Vorbild nimmt. Wann das Kind was lernt, bestimmt es selbst. Sie brauchen ihm weder nachzuhelfen, noch sich Sorgen machen, wenn es früher oder später laufen oder sprechen lernt als der statistische Durchschnitt: Ihr Kind ist einmalig und lernt deshalb individuell. Kinder brauchen grundsätzlich auch kein Spielzeug oder gar Lernhilfen. Alles, was ein Kind braucht, hat es schon in sich: Lebenswille, Neugier und Freude an dem, was es bewirken kann.

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Lernen durch Nachahmung

Kinder lernen insbesondere durch Nachahmen. Dabei machen sie grundsätzlich keinen Unterscheid zwischen "gut" und "schlecht", insbesondere dann, wenn sie ihre eigenen Eltern zum Vorbild nehmen, denen sie ja von Natur aus zunächst einmal vollkommen vertrauen. Sie sollten sich deshalb bewusst sein, dass Kinder von Ihnen auch das lernen, was sie besser sein lassen würden, also Dinge wie schlechte Angewohnheiten oder sonstige Eigenheiten. Das ist erstens unvermeidlich und zweitens auch nicht ganz so schlimm, wie es auf den ersten Blick aussehen mag. Wichtig ist aber, dass Sie sich diesem "Vererben" bewusst sind. Dann hätten Sie ja sogar noch die Möglichkeit, Ihr eigenes Verhalten zu überdenken und allenfalls zu ändern, das heisst also, von Ihrem Kind zu lernen!

Meist noch grösser ist die Furcht der Eltern, dass sich Kinder ausserhalb der Familie die "falschen" Leute zum Vorbild nehmen. Dieses Risiko besteht tatsächlich, allerdings ist auch dieses nicht derart gross, wie man meinen könnte. Denn

  • erstens vertrauen Kindern in den ersten vier Jahren vor allem ihren Eltern und nehmen folglich vor allem diese zum Vorbild und
  • zweitens kann das Kind, genügend Selbstvertrauen vorausgesetzt, danach schon sehr gut selbst beurteilen, was sich nachzuahmen lohnt und was besser nicht.

Entscheidend ist also, dass Sie gelernt haben, Ihrem Kind beziehungsweise dessen Fähigkeiten und Empfinden zu vertrauen, sodass das Kind entsprechend Selbstvertrauen aufbauen konnte. Es gibt für ein Kind keinen besseren Schutz vor falschen Freunden (oder gar Missbrauch) als sein eigenes, intaktes Empfinden für das, was ihm gut tut. Je konsequenter die Eltern dieses Empfinden in den ersten Jahren respektieren, desto mehr vertraut das Kind sich selbst und kann beurteilen, wen oder was es sich ausserhalb der Familie zum Vorbild nimmt.

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Willensbildung (etwa 2 bis 4 Jahre)

Wenn das Kind beginnt, seinen Willen zu entwickeln, wird seine Lernmotivation gewissermassen noch potenziert: Es entdeckt nun, was es alles erreichen kann, wenn es nur will. Es ist denn auch kein Zufall, wenn Eltern von ihren Dreijährigen vermuten, dass sie möglicherweise hochbegabt seien. In diesem Alter entwickeln viele Kinder die erstaunlichsten Lernfähigkeiten und beginnen auch mal gerne den Spiess umzukehren und ihre eigenen Eltern zu belehren. Kosenamen wie "Dreikäsehoch" oder "Naseweis" zeugen davon. Als Eltern sollten Sie sich dadurch aber nicht irritieren lassen. Wohl dürfen Sie sich über die Leistungen Ihrer Sprösslinge freuen, doch sollten Sie auch achtsam sein, um was es geht: Lassen Sie sich nicht einfach herumdirigieren, weil Sie es lustig finden oder sich nicht getrauen sich zu wehren. Wenn das Kind allzu übermütig wird, braucht es Grenzen. Das Kind darf erfahren, dass es seinen Willen haben darf und damit auch viel erreichen kann, es soll aber auch zu spüren bekommen, wenn es zu weit geht.

In dieser Phase lernen Kinder Grenzen besonders effizient durch Regeln. Während in der Phase der Vertrauensbildung noch (einseitige) Abmachungen Ihrerseits genügten, sollten Sie jetzt mit dem Kind zusammen Vereinbarungen suchen. Das Kind lernt dadurch Verantwortung zu übernehmen. Sie können zum Beispiel mit ihm vereinbaren, dass es zwar den Küchenschrank mit den Kochtöpfen ausräumen darf, diese danach aber auch wieder einräumen muss. So wird der Wille des Kindes gewissermassen kultiviert und es kann daraus im Laufe der Entwicklung ein freier Wille werden. Diese sogenannte Autonomiephase wird im übrigen selten ohne Trotz und Wutanfälle über die Bühne gehen. Damit umzugehen lernen ist aber die Aufgabe der Eltern! Die Pflicht zu lernen, ist also auch in dieser Phase eine der Eltern, das heisst, Sie müssen lernen, dem Kind angemessen Grenzen zu setzen. Demgegenüber hat das Kind in erster Linie das Recht zu lernen, das heisst von seinen Eltern dann Grenzen zu erhalten, wenn diese notwenig sind.

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Sozialisation bis Pubertät (etwa 4 bis 16 Jahre)

Schule

Das wichtigste für das Leben sollte das Kind also schon vor dem Eintritt in die (Vor)Schule gelernt haben. Das heisst, es sollte genügend Selbstvertrauen und Respekt für Grenzen haben, um auch in einer Gruppe ausserhalb der Familie bestehen und sich einbringen zu können. Ihre Erziehungsarbeit kann sich dann mehr und mehr auf eine Art Begleitung reduzieren. Dies gilt umso mehr, als Ihr Einfluss im Rahmen der Sozialisation sehr stark abnimmt.

Das selbständige (und erst recht das freie) Lernen ist in den meisten Schulen auch heute noch leider erst ansatzweise als Idee anerkannt. Stattdessen diktieren meistens mehr oder weniger streng einzuhaltende Lehrpläne den Alltag. Auch wenn die Absicht hinter Lehrplänen durchaus sinnvoll sein mag (insbesondere standardisierte Leistungsausweise im Hinblick auf die Berufsbildung), sollte doch vermehrt auch berücksichtigt werden, dass sich Kinder zumindest im Alter der Grundstufe höchst unterschiedlich entwickeln und dementsprechend ebenso höchst individuelle Lernbedürfnisse entwickeln. Als Eltern haben Sie auf die Unterrichtsmethoden und -inhalte natürlich kaum Einfluss (was im übrigen auch richtig ist, ansonsten ein vernünftiges Arbeiten der Lehrer bald kaum mehr möglich wäre), doch sollten Sie sich zumindest der Problematik bewusst sein (siehe auch den Exkurs: Kritik an der Schule). Denn Kinder brauchen schon ein gewisses Mindestmass an Frustrationstoleranz um mit traditionellen Lernmethoden umgehen zu können und die Gefahr ist gross, dass sie die Lust am lernen viel zu schnell verlieren. Das ist eine Misere für alle Beteiligten, also für die Schulen, die Gesellschaft, vor allem aber natürlich für das Kind selbst. Denn gerade eine Wirtschaft, die auf eine lebenslanges Lernen ihrer Mitglieder angewiesen ist, verpufft enorm viel Energie, wenn den Auszubildenden die Lust schon in frühester Kindheit abhanden gekommen ist.

Die wichtigste Voraussetzung für schulischen Erfolg ist deshalb, dass Sie in den ersten Jahren dem Kind die Lust am lernen gelassen haben, indem Sie es die Welt selbst entdecken liessen und ihm Verantwortung für sein Tun überlassen haben. Dann nämlich ist die Wahrscheinlichkeit umso grösser, dass es auch mit herkömmlichen Lernmethoden umgehen kann.

Sport, Musik, Freizeit

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Erwachsenwerden (etwa 16 bis 25 Jahre)

Berufsbildung

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Das grosse Missverständnis

Als Eltern können Sie übrigens in dieser Zeit fast ebenso viel lernen! Denn Kinder sind wunderbare Lehrmeister, wenn es um Dinge geht wie Vertrauen, Geduld, Aufmerksamkeit oder Ausdauer. Zudem müssen Sie auch einiges lernen (während das Kind lernen darf), denn es ist zumindest am Anfang gar nicht so einfach, die Grundbedürfnisse des Kindes richtig zu erkennen und zu befriedigen. Das ist aber in dieser Zeit Ihre wichtigste Aufgabe als Eltern, denn von der bedingungslosen Befriedigung der Grundbedürfnisse hängt massgeblich das Selbstvertrauen ab, welches das Kind in dieser Phase sollte aufbauen können.

Die Entwicklung des Kindes, beziehungsweise dessen Erziehung, ist ein einziger Lernprozess, nicht nur für das Kind selbst, sondern ebenso für dessen Eltern. Doch während das Kind aus eigenem Antrieb und mit grösster Freude lernt, ist es bei den Eltern häufig gerade umgekehrt: Sie lernen erst, wenn Sie sich gezwungen sehen, weil sie eine Fehlentwicklung bemerken oder mit dem Kind "nicht mehr klar kommen".

Die viel gehörte Aussage "Das Kind muss halt erst noch lernen zu..." beruht deshalb auf einem der grössten Missverständnisse in der Erziehung: Es sind die Eltern, die zuerst lernen müssen (!) ihre Kinder zu erziehen, während es für das Kind in erster Linie ein Lernen dürfen (!) sein sollte!

Das Problem bei diesem Missverständnis ist zudem, dass es regelmässig erst zu spät, das heisst meistens nach den alles entscheidenden ersten vier Jahren bemerkt wird. Dann werden Korrekturen in Form von "Nacherziehen" aber ungleich schwieriger, da nun die beiden konträren Grundprinzipien der Erziehung gleichzeitig gelernt werden müssen: Vertrauen aufbauen und Grenzen setzen. Es wäre so viel einfacher gewesen, wenn diese beiden (ebenso komplementären!) Prinzipien nacheinander hätten gelernt werden können (zumal jedes für sich allein ja für die meisten Eltern zumindest beim ersten Kind schon anspruchsvoll genug ist).

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Lernfreude und Lernfaulheit

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Weiterführende Themen

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Übergeordnetes Prinzip

Selbstvertrauen (erstes Grundprinzip der Erziehung)




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