Loben

Aus 2 x 2 der Erziehung
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Mit Lob anerkennen Sie die Leistungen des Kindes. Dabei sollte es zumindest während den beiden ersten, alles entscheidenden Phasen der Erziehung weniger um den Erfolg gehen, als mehr um die Anstrengung an sich, also noch unabhängig vom Resultat. Zudem sollte das Lob ernst gemeint sein, also Ausdruck Ihrer tatsächlichen Freude sein.

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Lob für Anstrengungen

Kinder geben sich von Natur aus immer so viel Mühe wie nur möglich. Wenn sie etwas wollen, kennen sie weder Hemmungen noch haben sie Angst zu versagen. Sie wollen möglichst alle ihre bereits in ihnen schlummernden Fähigkeiten entwickeln und sich damit im wahrsten Sinne des Wortes selbstverwirklichen. Dazu brauchen sie bloss das Vertrauen ihrer Eltern. Freuen Sie sich deshalb über alles, was Ihr Kind wagt, ganz unabhängig davon, ob es ihm schon vollständig gelingt oder nicht. Schon Ihr zustimmendes "Ja" ist zunächst Lob genug! Vergleichen Sie möglichst nicht, denn Ihr Kind ist einmalig und will für das angenommen werden, was es ist, nicht für das, was in einer Entwicklungstabelle als Durchschnitt steht oder den Vorstellungen der Eltern entspricht.

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Lob für Erfolge

Natürlich werden Sie sich als Eltern noch mehr freuen, wenn das Kind nicht bloss immer wieder probiert, zum Beispiel die Bauklötze zu stapeln, sondern es ihm tatsächlich gelingt. Über solche Erfolge freut sich das Kind und es freut sich noch mehr, wenn Sie sich mit ihm freuen. Wird es für seinen Erfolg gelobt wird ("Gut hast Du das gemacht!"), wird es sich womöglich noch mehr Mühe geben, die Erfolge zu wiederholen oder sogar noch zu verbessern. Echtes Lob kann deshalb die Entwicklung sehr wirkungsvoll fördern. Zumindest während den beiden ersten, alles entscheidenden Phasen der Erziehung sollten Sie sich aber immer bewusst sein, dass der Erfolg des Kindes nicht zwingend mit Ihren Vorstellungen oder anderen gängigen Ideen übereinstimmen muss. So kann es für das Kind zum Beispiel viel interessanter sein, die aufgestellten Bauklötze umzustürzen als diese aufzubauen, während ein anders Kinds nicht einmal Interesse an solchen Spielen hat. Schon allein aus diesem Grund ist es anfangs wichtiger, dass Sie Ihr Lob mehr auf Anstrengungen als auf den Erfolg ausrichten. Zumindest in den ersten Jahren sollten Sie das Kind frei lernen lassen, das heisst, dass Sie es immer ihm überlassen, was es wann und wie lernen will. So belassen Sie ihm seine natürliche Lernfreude. Haben Sie hingegen schon bestimmte Ziele im Auge, die das Kind in einem bestimmten Alter erreichen sollte, ist die Gefahr gross, dass es die Lust am Lernen schon sehr früh verliert und in der Schule erst recht Mühe haben wird, weil ihm die natürliche Freue am Lernen bereits zuvor verdorben wurde.

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Lob und Freude

Viel wichtiger als das ausgesprochene Lob ist die wirkliche Freude der Eltern an der Entwicklung des Kindes. Lernen Sie zu staunen, was das Kind ganz von alleine ausprobiert. Ob Sie viel oder wenig loben, ist zweitrangig. Wichtig hingegen ist, dass das Lob ehrlich ist, da Kinder äusserst empfindlich auf Doppelbotschaften sind: Wenn Sie das Kind zum Beispiel bloss ironischerweise für etwas loben, das Sie eigentlich missbilligen ("Ja, bravo, da hast Du wieder einmal eine schöne Sauerei veranstaltet!"), werden Sie es verwirren, denn es vertraut Ihnen ja von Natur aus. Allerdings je länger, desto weniger, wenn es spürt, dass Ihre Aussagen gar nicht mit dem übereinstimmen, was Sie eigentlich denken.

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Lob und Tadel

Wenn das Lob über die Anerkennung hinaus geht, insbesondere mit Belohnungen verbunden wird, ist die Versuchung mancher Eltern gross, gewissermassen im Gegenzug zum Beispiel Misserfolge oder Ungehorsam zu tadeln. Diese Erziehungsmethode, auch "Zuckerbrot und Peitsche" genannt, ist gerade während den beiden ersten, alles entscheidenden Phasen der Erziehung äusserst kontraproduktiv. Im schlimmsten Fall wird das Kind dann nur noch das machen, was die Eltern von ihm erwarten, beziehungsweise wofür es eine Belohnung erwarten kann, was direkt in die Abhängigkeit, statt in die Freiheit führt. Im besseren Fall wird das Kind irgendwann protestieren, sodass die Eltern eher auf Idee kommen, ihr Verhalten zu überdenken.

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Weiterführende Themen

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Übergeordnetes Thema

Vertrauensbildung (erstes Phase der Erziehung)

Fragen und Feedback

Das "Zweimalzwei der Erziehung" ist zum Teil noch im Aufbau. Allfällige Fragen oder Feedback sind willkommen: Email

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