Rhythmus

Aus Das Zweimalzwei der Erziehung
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Bedeutung für die Erziehung

Kinder unterliegen wie alle Lebewesen Rhythmen. Der Atem und der Herzschlag sind die beiden Grundrhythmen des Lebens. Rhythmus ist denn auch eine der elementarsten und schönsten Erfahrungen des Menschen. Während die beiden Grundrhythmen einfach gegeben sind, muss das Kind andere erst noch erfahren und entwickeln. Das gilt in erster Linie für den

Die Eltern haben dabei eine wichtige Vorbildfunktion, indem sie ganz allgemein auf eine Struktur im Alltäglichen achten. Schliesslich sind Musik und Tanz kultivierte Formen von Rhythmus.

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Vertrauensbildung (bis etwa 2 Jahre)

Rhythmus ist dem Kind schon von Natur aus gegeben und ein Grundbedürfnis. Wiederholungen, auf die sich das das Kind verlassen kann, geben ihm Sicherheit und Vertrauen. Gerade in der Phase der Vertrauensbildung, also in den ersten beiden Lebensjahren, ist die Suche nach Rhythmus zentral: Die stillende Mutter sucht zusammen mit dem Säugling einen Stillrhythmus, indem sie einerseits auf den noch unregelmässigen Hunger reagiert und anderseits versucht, mehr und mehr regelmässige Abstände zwischen den Stillzeiten zu bestimmen. Gleiches gilt für den Schlafrhythmus: Während das Kind anfänglich noch ziemlich unregelmässig schläft, kann ihm nach und nach ein gewisser Grundrhythmus nahegelegt werden, indem es zum Beispiel zu den Wachzeiten noch mehr unterhalten wird, während es zu den Schlafenszeiten von den Eltern vor allem Stille erfährt. Diese Kooperation ist ausgesprochen beziehungsfördernd. Geholfen kann dem Kind durchaus auch mit etwas "sanftem Druck".

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Willensbildung (etwa 2 bis 4 Jahre)

Rhythmus heisst aber auch Pause und somit Grenzen. Wenn Sie also das Kind mit "sanftem Druck" an Rhythmen gewöhnen, haben Sie ganz nebenbei gelernt, es auch Grenzen erfahren zu lassen. Das ist entscheidend in der Phase der Willensbildung, also ab etwa dem dritten Lebensjahr. Rhythmus bedeutet aber nicht etwa, dass Sie zum Beispiel das Kind zwingen, immer zur genau gleichen Zeit schlafen zu gehen. Zwar können und sollen Sie sich auf eine bestimmte Regelzeit einstellen, doch sollen Sie auch aufmerksam beobachten, ob das Kind erstens wirklich müde ist und zweitens auch bereit ist schlafen zu gehen. Denn Rhythmus ist nicht zwingend an unsere Uhren gebunden, sondern vielmehr an das, was gerade läuft. Wenn zum Beispiel abends die geliebte Tante noch zu Besuch ist, wird das Kind vielleicht erst später müde als üblich (und kann problemlos mit dem vermeintlichen Schlafmanko umgehen).

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Sozialisation bis Pubertät (etwa 4 bis 16 Jahre)

Mit dem Eintritt in die (Vor)Schule wird der Tagesablauf des Kindes mehr und mehr strukturiert. Inwiefern die Schulzeiten und die Dauer der Schullektionen den Kindern und Jugendlichen entsprechen, mag zu Recht kontrovers diskutiert werden. Sicher ist, dass sich Kinder, die schon von zu Hause einen geregelten Tagesablauf gewohnt sind, sehr viel leichter an die Schulstrukturen gewöhnen können, selbst wenn diese nicht immer so kindgerecht sind, wie man sich das vielleicht wünscht. Ab wann das Kind Rhythmus auch in Form von Musik oder Tanz erfahren darf, sollte es nach dem Lustprinzip entscheiden dürfen.

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Weiterführende Themen

Übergeordnetes Prinzip

Selbstvertrauen (erstes Grundprinzip der Erziehung)